Presse

Dieses Informationsangebot stellt Pressemeldungen der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) zu den angebotenen Freiwilligendiensten, der ihr im Verbund angeschlossenen Träger sowie weitere Pressematerialien zur Verfügung.

Hintergrundinformationen sind unter Zahlen // Fakten hinterlegt.

Beiträge über Freiwillige und zu deren Projekten in den Einsatzstellen sowie zu Entwicklungen sind auf der Website des jeweiligen Dienstes abrufbar.

Für Fragen und zur Anforderung von weiterem Material (Logos, Bilder, Inhalte) steht Susanna M. Prautzsch, Referentin Kommunikation, zur Verfügung.

Pressemeldungen

Presseinformation 18.09.2017: Bundesministerin Barley: FSJ bundesweit um digitale Inhalte und Komponenten ergänzen // Auftakt des neuen Bewerbungszeitraums im FSJ_digital
Besuch der Bundesjugendministerin Dr. Kararina Balrey und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim OK 54 zum Auftakt des FSJ_digital

Zum Auftakt der Bewerbungsphase für das FSJ_digital besucht heute die Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer die neue Senior*innen-Redaktion des Offenen Kanals „OK54“ in Trier, die als FSJ_digital-Projekt entstanden ist.

Berlin, 18. September 2017. Zeitgleich mit dem Besuch der Bundesministerin startet der Bewerbungszeitraum für das FSJ_digital – zum ersten Mal bundesweit. Zehn Wochen lang können sich Freiwillige* aller Träger für dieses Add-on eines FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) bewerben. 100 Freiwillige* können in diesem Jahrgang von einer Projektförderung von max. 1.000 Euro, technischer Unterstützung, einem Zuwachs an Medienkompetenz und ihrer Vermittlung profitieren.

„Das FSJ_digital ist ein Erfolgsprojekt – nicht nur wegen des großen Ansturms auf die Plätze“, sagt Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley. „Mit den verschiedenen Projekten, wie hier in Trier, hatten wir die Gelegenheit, unterschiedliche Ansätze und Konzepte zu testen. Dabei ist deutlich geworden: Durch den Einsatz von digitalen Medien können sich Organisationen vor Ort ganz neue Zugänge erschließen. Auf der anderen Seite können die Freiwilligen ihre Fähigkeiten in diesem wichtigen Bereich erweitern. Eine klassische Win-win-Situation also. Unser Ziel ist es jetzt, dass wir das Freiwillige Soziale Jahr bundesweit um digitale Inhalte und Komponenten ergänzen. Denn das FSJ_digital steigert die Attraktivität der Freiwilligendienste und ist für alle Beteiligten eine große Chance “, so Dr. Katarina Barley weiter.

Malu Dreyer (links im Bild) und Dr. Katarina Barley am 18. September 2017„Das FSJ_digital ist eine gelungene Weiterentwicklung des klassischen Freiwilligen Sozialen Jahres. Junge Menschen sammeln neue, wertvolle Erfahrungen und bilden sich weiter. Der Umgang mit Medien, aber auch der kritische Blick auf sie, nimmt in der digitalen Welt einen hohen Stellenwert ein. Unabhängige und gut recherchierte Nachrichten sind das Gegengewicht zu Fake News und Propaganda im Netz“, erklärte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Es sei zudem schön zu sehen, wie junge Menschen ihre Fähigkeiten, die sie ganz selbstverständlich in der digitalen Welt lernen, hier an die ältere Generation weitergeben. „Dafür möchte ich dem offenen Kanal herzlich danken“, so die Ministerpräsidentin weiter. Bürgermedien seien eine ideale Plattform, um den verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu lernen und sich auszuprobieren.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und das Kulturbüro Rheinland Pfalz bieten das FSJ_digital an, damit digitale Inhalte in den Jugendfreiwilligendiensten ihren Platz finden, Medienkompetenz als pädagogisches Ziel in der pädagogischen Begleitung verankert wird und digitales Engagement mehr Anerkennung bekommt. Außerdem werden durch die FSJ_digital-Projekte Freiwillige* weitergebildet, die die neuerworbenen Medienkompetenzen dann in ihren Einsatzstellen anwenden und diese und ihre Besucher*innen langfristig und nachhaltig auf unterschiedlichen Ebenen bereichern.

„Im 21. Jahrhundert muss die digitale Medienbildung integraler Bestandteil der Kulturellen Bildung sein, denn digitale Kommunikations-, Kunst- und Spielformen bestimmen unseren Alltag. Die digitale Welt ist mobil, vernetzend und basiert auf der Partizipation der Nutzer*innen. Somit ermöglichen digitale Projekte neue Formen von Teilhabe. Deswegen macht sich der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung für das FSJ_digital stark. Denn in diesem Experimentierfeld können die Freiwilligen die vielfältigen Möglichkeiten digitaler Kommunikation und Sozialisation erleben. Das FSJ_digital ist eine notwendige Antwort auf die Herausforderungen der Digitalisierung und für die BKJ ein weiterer Schritt, die Medienbildung in der Kulturellen Bildung zu stärken“, betont Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ.

Damit Wissen und Fertigkeiten im Umgang mit digitaler Technik auch weiterhin gemeinwohlorientierten Einrichtungen zu Gute kommen und auch als Teil von Engagement mehr Anerkennung bekommen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Förderung des FSJ_digital nach zwei Erprobungsjahrgängen für ein weiteres Jahr bis zum Sommer 2018 auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Die Zwischenergebnisse der beiden Projektjahre zeigen, dass sich die bewährte Struktur eines Freiwilligendienstes in besonderem Maße als Umsetzungsebene für das Lernen und Handeln in der digitalen Welt eignet und sich digitales und analoges Engagement gegenseitig befruchten. Mit rund 100.000 jungen Menschen, die jedes Jahr einen Freiwilligendienst im Inland absolvieren, bieten sie ein großes Potenzial für die digitale Agenda der Bundesregierung. Diese Voraussetzungen sollten genügen, um nach dem kommenden Jahrgang eine bundesweite und langfristige Förderung von Projekten mit digitalen Inhalten in den Freiwilligendiensten zu etablieren.

Eine Bewerbung für das FSJ_digital ist ab sofort bis zum 30. November 2017 möglich unter http://fsjdigital-rlp.de.

Weitere Informationen

Bis 2018 setzt das Kulturbüro Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste Rheinland-Pfalz und in Kooperation mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) das FSJ_digital bundesweit um. Es wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Pilotprojekt gefördert.

Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz kooperiert als Mitglied im Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).
Weitere Informationen: http://fsjdigital-rlp.de; Informationsflyer zum FSJ_digital

Von 2015 bis 2017 wurde das FSJ_digital bereits in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt umgesetzt. In Rheinland-Pfalz war das Kulturbüro Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste Rheinland-Pfalz dafür zuständig und in Sachsen-Anhalt der DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V., in Kooperation mit dem DRK-Generalsekretariat.

Das FSJ_digital geht auf eine Initiative der SPD-Bundestagsfraktion zurück, sie fand Eingang in den Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode, die in diesem Monat zu Ende geht, und ist Bestandteil der digitalen Agenda der aktuellen Bundesregierung.

Über die BKJ

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ist der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdach­organisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.
www.bkj.de

Kontakt

Jens Maedler
Leitung Fachbereich Freiwilliges Engagement
maedler@bkj.de

Susanna M. Prautzsch
Leitung Referat Kommunikation und Veranstaltungen
Fon +49(0)30. 48 48 60-18
presse@bkj.de

* Die BKJ bemüht sich in ihren E-Mails um gendergerechte und diskriminierungsfreie Sprache. Deshalb nutzen wir das „Gender-Sternchen“ (*). Wir möchten alle Menschen einschließen und nennen, auch jene, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen möchten oder können.

Presseinformation 09.09.2016: Los: Kulturelle Freiwilligendienste leisten Beitrag zur inklusiven Gesellschaft
Fachtagung macht inklusion!?

Akteur*innen reflektieren Barrieren, Normen, Diskriminierung und die Machtverhältnisse in den Freiwilligendiensten. Damit schaffen sie die Grundlage für inklusives, freiwilliges Engagement.

 

„Unser Anspruch: inklusivere Freiwilligendienste“

Inklusion bedeutet Menschenrechte einzulösen und dadurch zu einer Transformation der Gesellschaft beizutragen, in der alle in ihrer Verschiedenheit erkannt werden und bestehende Benachteiligungen abgebaut sind. „‚Teilhabe für alle‘ ist ein elementares Ziel der Kulturellen Bildung. Es entspricht der politischen Forderung und dem eigenen Anspruch der BKJ. Ein Blick in die Praxis zeigt jedoch, dass viele unserer Angebote nicht inklusiv sind. Daher wollen wir mit der inklusiven Ausgestaltung der Freiwilligendienste einen konkreten Beitrag zu den notwendigen, gesellschaftlichen Veränderungen leisten.“, sagt Gerd Taube, Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

Um diese Veränderung voranzutreiben, diskutieren am 8. und 9. September ehemalige und aktuelle Freiwillige, Einsatzstellen, Träger und Fachkräfte gemeinsam bei der Fachtagung „macht inklusion!?“ zu der die BKJ zusammen mit der Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen e. V. eingeladen hat. Die Teilnehm*erinnen beschäftigen sich vielfältig mit Ableismus, Adultismus, Heterosexismus, Klassismus und Rassismus und deren ausschließenden Mechanismen.

Bilder: BKJ

 

Die BKJ und der Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung haben sich entschlossen, die Handlungsoptionen bei sich selbst zu suchen, sich kritisch zu prüfen, zu verändern, um tatsächlich inklusiver zu werden. Das bedeutet konkret, dass die bundesweiten Angebote des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung und allen voran das FSJ Kultur, das in diesem Jahr 15. Jubiläum feiert, Barrieren abbauen müssen. Um diese zu benennen, Diskriminierung zu erkennen, der eigenen Privilegien bewusst zu werden und auch die machtvolle Rolle von Trägern und Einsatzstellen zu hinterfragen, gibt es zahlreiche Expert*innen auf der Tagung mit denen gemeinsam diskutiert wird.

„Wir müssen zuhören.“

Harpreet Cholia, Leitung des Projektes Kulturbrücke des Mehrgenerationenhaus Frankfurt und erste Vorsitzende des hessischen Flüchtlingsrates, sagt dazu: "Es kann nicht sein, dass Menschen nicht als begegnungsfähige Menschen mit Kompetenzen wahrgenommen werden, nur weil sie zum Beispiel anfänglich kein Deutsch sprechen. Wir brauchen Anerkennung aller Wissenssysteme, Talente und Kompetenzen jedes einzelnen Menschen. Wir müssen beginnen zuzuhören und anschließend eine produktive Streitkultur darüber aufzubauen."

Bilder: BKJ

 

„Freiwilliges Engagement darf kein Luxus sein.“

Träger des FSJ Kultur und des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) Kultur und Bildung in Hessen, ist die LKB Hessen. Ihr 1. Vorsitzende Lothar R. Behounek betont: „Wir möchten mit der Tagung einen Reflexionsprozess anstoßen und deutlich machen, dass bürgerschaftliches Engagement oder ein Freiwilligendienst kein Luxus ist und sein darf, sondern ein Recht aller in unserer Gesellschaft. Ganz unabhängig von Herkunft, Religion, Alter, Leistungen oder wirtschaftlichen Verhältnissen sollten sich alle Menschen ganz selbstverständlich engagieren können.“

Bilder: BKJ

 

Wissensplattform "macht inklusion!?"

Um den Reflexionsprozess auch über die Tagung hinaus lebendig zu halten, werden im Anschluss an die Tagung die Ergebnisse in Form eines multimedialen und praxisorientierten Online-Informationsportals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Umsetzung dieser Wissensdatenbank, die perspektivisch ausgebaut werden soll, wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert.

Mehr Informationen unter: http://lkb-hessen.de/machtinklusion

FSJ Kultur, FSJ Politik, FSJ Schule, der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung und die Freiwilligendienste Kultur und Bildung International sind Bildungsjahre und Orientierungszeiten sowie wirksame Formen gesellschaftlichen Engagements. Sie sind Angebote des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung.

Weitere Informationen: http://freiwilligendienste-kultur-bildung.de/

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) als bundeszentraler Träger sowie Zentralstelle verantwortet und koordiniert bundesweit diese Freiwilligendienste. Die der BKJ angeschlossenen Träger im Verbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung sind verantwortlich für die Umsetzung und Qualitätssicherung der Dienste, sie gewährleisten die Begleitung von Freiwilligen und Einsatzstellen sowie die Durchführung von Bildungstagen. Die Freiwilligen leisten ihren Einsatz in gemeinwohlorientierten Einrichtungen des Kultur- und Bildungsbereichs.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V. ist der Dachverband der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 57 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.

Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen e. V., gegründet 2009, ist der Zusammenschluss von aktuell 43 Landes-Fachverbänden, Organisationen, Arbeitsgemeinschaften und freien Trägern, die sich für die kulturelle Bildung in Hessen einsetzen. Der Verband vernetzt Akteur*innen in Hessen, fördert den gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung von Theorie und Praxis in der kulturellen Bildung durch Fachtagungen, Publikationen, Öffentlichkeits- und Projektarbeit sowie durch Interessenvertretung gegenüber politischen Gremien und Behörden. Als anerkannter Träger für das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur (FSJ Kultur) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) Kultur und Bildung in Hessen begleitet die LKB jährlich rund 150 Freiwillige im Rahmen ihres kulturellen Engagements. Als Mitglied der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ist die LKB Hessen auch bundesweit vernetzt. Weitere Informationen unter www.lkb-hessen.de

Kontakt
Freiwilligendienste Kultur und Bildung
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ)
Ansprechpartnerin: Anja Schütze
Greifswalder Straße 4 // 10405 Berlin
Fon 030.48 48 60 20 // Fax 030.48 48 60 70
freiwilligendienste@bkj.de
www.bkj.de // http://www.freiwilligendienste-kultur-bildung.de

Pressekontakt
Susanna M. Prautzsch und Johanna Faltinat
Referat Kommunikation und Veranstaltungen
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ)
Greifswalder Straße 4 // 10405 Berlin
Fon 030.48 48 60 20 // Fax 030.48 48 60 70
presse@bkj.de

Presseinformation 11.01.2016: Neue Wege für alle. Das anonymisierte Bewerbungsverfahren in den Jugendfreiwilligendiensten

Die deutschlandweite Einführung des anonymisierten Online-Bewerbungsverfahrens im FSJ Kultur, FSJ Politik und FSJ Schule startete am 1. Januar 2016.

Berlin 11.01.2016. „Es ist ein Beitrag des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung zu einer inklusiveren und gerechteren Gesellschaft. Die Allgemeinen Menschenrechte und das Allgemeine Gleichstellungsgesetz dienen uns als Grundlage“, sagt Jens Maedler, Leiter des Geschäftsbereichs Freiwilligendienste Kultur und Bildung bei der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

Die Realität ist bisher eine andere. In den Angeboten des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung werden derzeit fast ausschließlich Volljährige (87,5 Prozent) und/oder Abiturient/innen (91,6 Prozent) gefördert. Was aber ist zu tun, damit diese Freiwilligendienste allen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich zu engagieren und ihre Potenziale zu entfalten? Um Barrieren abzubauen und Zugänge zu schaffen, wurden im Trägerverbund viele Schritte in einer Roadmap vereinbart. Das anonymisierte Bewerbungsverfahren ist einer davon.

Anonymisierte Bewerbungsverfahren sind international weit verbreitet; in Deutschland gelten sie noch als innovativ. Dabei zeigte beispielsweise das Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dass diese Verfahren die Chance bieten (un)bewusste Vorurteile und Zuschreibungen zu vermeiden. Sie führen zu einer vielfältigeren Auswahl. Organisationen, wie nun auch die Träger und Einsatzstellen der Freiwilligendienste Kultur und Bildung, setzen damit ein deutliches Zeichen, dass sie ein selbstkritisches Bewusstsein für Diskriminierung haben und dieser etwas entgegen setzen wollen.

Im Vordergrund der anonymisierten Bewerbung stehen Motivation und Interesse der jungen Menschen. Sie stellen sich den Einsatzstellen im ersten Schritt der Bewerbung ausschließlich mit ihren individuellen Ressourcen und Erfahrungen vor. Verzichtet wird auf alle Angaben, die Fantasien, feste Bilder und Zuschreibungen über Herkunft, Verhalten oder Fähigkeiten auslösen können. Dazu zählen z. B. Name, Geschlecht, Alter, Adresse und Geburtsort.

Der Trägerverbund wird gemeinsam mit den Beteiligten die Wirksamkeit und die Wirkungen dieses Verfahrens evaluieren. Die Ergebnisse sollen nicht nur in Bezug auf die Freiwilligendienste reflektiert werden. Sie geben auch Impulse für die weitere inklusive Öffnung des BKJ-Gesamtverbandes; verbunden mit dem Ziel, für kulturelle Teilhabe, Partizipation und gerechte Bildungschancen wirksam zu werden — und dies aus Perspektive von Kinder- und Jugendrechten, wie es die BKJ auch in ihrem aktuellen Jahresthema fordert.

Die BKJ hat als bundeszentraler Träger gemeinsam mit dem Trägerverbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung bereits im letzten Jahr Schritte zu einer diversitätssensibleren Kommunikation unternommen. So sind die wichtigsten Informationen über das FSJ Kultur nun auch in mehreren internationalen Sprachen und in Leichter Sprache zu finden. Sämtliche Informationstexte orientieren sich an einfacher Sprache und es sind Erklärfilme in einem partizipativen Workshop mit ehemaligen Freiwilligen entstanden.

Weitere Informationen: www.bewerbung.freiwilligendienste-kultur-bildung.de // www.fsjkultur.de

FSJ Kultur, FSJ Politik, FSJ Schule, der Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung und die Freiwilligendienste Kultur und Bildung International sind Bildungsjahre und Orientierungszeiten sowie wirksame Formen gesellschaftlichen Engagements. Sie sind Angebote des Trägerverbundes Freiwilligendienste Kultur und Bildung.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) als bundeszentraler Träger sowie Zentralstelle verantwortet und koordiniert bundesweit diese Freiwilligendienste. Die der BKJ angeschlossenen Träger im Verbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung sind verantwortlich für die Umsetzung und Qualitätssicherung der Dienste, sie gewährleisten die Begleitung von Freiwilligen und Einsatzstellen sowie die Durchführung von Bildungstagen. Die Freiwilligen leisten ihren Einsatz in gemeinwohlorientierten Einrichtungen des Kultur- und Bildungsbereichs.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V. ist der Dachverband der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 57 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.

Kontakt

Freiwilligendienste Kultur und Bildung
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ)
Ansprechpartnerin: Anja Schütze
Greifswalder Straße 4 // 10405 Berlin
Fon 030.48 48 60 20 // Fax 030.48 48 60 70
freiwilligendienste@bkj.de
www.bkj.de  // http://www.freiwilligendienste-kultur-bildung.de


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