Einblick No. 34 // Alumni

On the road - Lisa in Australien

Sich Freiräume nehmen. Ein Wunsch, den Freiwillige mit dem FSJ Kultur verbinden, ihn erleben können. Und danach? Lisa kostet den Freiraum auch nach Ende ihres Freiwilligendienstes voll aus. Den vorgelegten Fahrplan einmal ignorieren, Überraschungen zulassen und ein großes Gefühl von Freiheit erleben – darauf lässt sich Lisa in Australien jeden Tag neu ein.

On the Road - Mein Weg nach und in Australien

In jeder Etappe meines Lebens habe ich mir bisher die Frage gestellt, wie es weiter gehen soll. Was soll ich nach der Schule machen? Studium? Ausland? Oder vielleicht was ganz anderes?

Ich habe mich für ein FSJ Kultur entschieden und bin sehr froh darüber. Neben vielen Erfahrungen hat mir das FSJ geholfen, mutiger zu werden und die Frage nach dem nächsten Schritt etwas entspannter zu sehen. Mit dem Wunsch, aus dem immer geplanten Leben herauszukommen, habe ich kurzerhand meinen Rucksack gepackt und bin mit meinem Freund ans andere Ende der Welt geflogen.
Abenteuer Australien.

Zunächst war es gar kein so großes Abenteuer. Alles war sehr vertraut, das Essen, die Musik, nur die Sprache war anders.
Wir wollten viel mehr sehen und erleben und kauften uns ein Auto, unseren geliebten Mario. In ihm fahren wir immer dahin, wo es uns gefällt. Wo werden wir morgen sein? Das ist total egal.

Seitdem ich auf der Straße bin, jede Nacht unter der Milchstraße einschlafe, affenartige Vogelgeräusche im Bild On the road - Lisa in AustralienHintergrund, fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Kein fester Wohnsitz, kaum Netz und ein paar Ersparnisse auf dem Konto. Wir machen Straßenmusik und bezahlen davon Sprit und Essen. Es ist ein umwerfendes Gefühl, wenn Passanten einem fünf Dollar in den Hut werfen, einen zum Essen, oder sogar zum Übernachten und Wäsche waschen einladen. Diese unglaubliche Gastfreundschaft überrascht mich jedes Mal wieder.

Natürlich hat man schlechte Tage voller Regen, einem nassen Auto und Heimweh, doch genau dann tut es gut nicht allein zu sein.

Eine kleine Angst habe ich allerdings: In Deutschland zwischen Studium und Arbeit nicht mehr richtig zufrieden sein zu können.
Aber das Leben geht ja weiter und daher wieder die Frage: Wie geht es weiter?
Ich werde mich für den Studiengang Sozialwissenschaften bewerben. Ich habe mich für viele verschiedene Richtungen interessiert, allerdings nie länger als ein paar Wochen. Aber hierbei fühle ich mich sicher, soweit es in Zukunftsfragen nun mal möglich ist.

Lisa hat ihr FSJ Kultur 2013/3014 beim Arbeitskreis Musik in der Jugend in Wolfenbüttel absolviert.

Text und Fotos: Lisa