#freiwilliges_engagement

Im Kulturbereich gibt es viele Möglichkeiten sich zu engagieren. Das zeigt zum Beispiel die Sonderauswertung Kultur des Freiwilligensurvey. Wie der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Deutschen Bläserjugend (DBJ) wirkt, berichtet die zuständige pädagogische Referentin. Und bei der Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige gibt es sogar Engagement fürs freiwillige Engagement.

Intro

Freiwilliges Engagement in Kultur hat viele Gesichter. Freiwilligendienste sind eine besondere Form von freiwilligem Engagement. Besonders deshalb, weil die Freiwilligen* sich für eine bestimmte Zeit für den Dienst verpflichten, Bildungstage besuchen und ein festes Taschengeld pro Monat erhalten.

Wichtig ist bei freiwilligem Engagement immer, dass dadurch Menschen* in der Gesellschaft unterstützt werden und die Tätigkeit der Freiwilligen* anderen Menschen zugute kommt. Gemeinwohlorientiert nennt sich das. Der Bereich Kunst und Kultur ist zum großen Teil gemeinwohlorientiert. Freiwillige* unterstützen hier zum Beispiel die Veranstaltungsorganisation eines Kulturvereins, Bildungsprojekte für Kinder* oder ältere Menschen* in Kunstschulen, sie helfen bei der Öffentlichkeitsarbeit im Museum, bringen ihre Erfahrung im Bereich neuer Medien in einem Jugendclub ein oder unterstützen die technisch-künstlerischen Arbeiten in einem Theater.

Freiwilligendienste sind manchmal für die Freiwilligen* die erste Engagement-Erfahrung. Das kann ein guter Start für weiteres Engagement nach dem Freiwilligendienst sein.

Es ist wichtig, dass Engagement der Kern von Freiwilligendiensten ist. Freiwilliges Engagement, das bedeutet: selbst mitgestalten. Freiwillige* sollen mitsprechen können. Sie sollen das tun können, was sie interessiert und was gleichzeitig auch in guter Balance zu den Zielen der Einsatzstellte steht. Die Verantwortung, dass die Freiwilligen beteiligt sind, tragen vor allem die Träger im Verbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung. In Gesprächen mit den Freiwilligen* und Einsatzstellen müssen sie den Partizipationsgedanken immer wieder stärken.

von Maud Krohn, Referentin Freiwilliges Engagement der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ)

Eine Plattform des Austauschs // Teil 1

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) für lebensältere Menschen steht oft in der Kritik. Wie er es aber möglich macht, eine Plattform des Austauschs und der Weiterbildung zu sein, zeigt das Beispiel der Deutschen Bläserjugend. Im Bundesverband Deutsche Bläserjugend (DBJ) sind über ihre Landesverbände viele Musikvereine organisiert, die zu 99 Prozent ehrenamtlich geführt sind. Mit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) 2012 gab es erstmals bundesweit ein Freiwilligendienstformat für lebensältere Menschen*.

Wenn Nadine Berlt, pädagogische Referentin für den BFD bei der DBJ, auf diese Zeit zurückblick, resümiert sie: „Der Bundesfreiwilligendienst hat es ermöglicht, dass Menschen neue spannende Engagementfelder erschließen und neue Projektideen angegangen werden!“ Wie ein Freiwilligendienstformat das freiwillige Engagement prägt und andersherum berichtet Nadine Berlt.

#freiefahrtfuerfreiwillige // Teil 2

#freiefahrtfuerfreiwillige — die Zentralstellen des FSJ, FÖJ und BFD unterstützen die Forderung von Freiwilligen* nach kostenfreien oder kostengünstigen ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen* in Deutschland in ihrem jeweiligen Bundesland. Rund 100.000 Freiwillige* in ganz Deutschland engagieren sich pro Jahr in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder einem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Für den Weg zur Einsatzstelle sind sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Busse und Bahnen sind die Verkehrsmittel Nr. 1 für viele Freiwillige*.

Anerkannt wird dieses Engagement nicht mit einem Gehalt, sondern mit einem Taschengeld (maximal 381 €), von dem oft auch noch das Fahrtgeld zur Dienststelle aufgebracht werden muss.
Also lautet die Forderung: Kostenfreie oder kostengünstige ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen* in Deutschland in ihrem jeweiligen Bundesland.

Wichtige Gründe für ein Freiwilligenticket:
1. Freiwillige* müssen ihre Dienststelle erreichen.
2. Freiwillige* sollen sich einfach und schnell mit Gleichgesinnten* treffen können.
3. Freiwillige* sollen ohne großen finanziellen Aufwand ihre Region erkunden können.
4. Freiwilliges Engagement erhält so mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Mehr unter www.pro-fsj.de/freiefahrt

Freiwilliges Engagement in Kultur // Teil 3

Der Freiwilligensurvey ist eine Befragung von Menschen* ab 14 Jahren, die sich freiwillig engagieren. Nach den Interviews werden die Antworten ausgewertet. Die letzte Befragung fand 2014 statt und zeigt, dass Kultur in Deutschland der drittgrößte Bereich für Engagement ist.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) wollte es aber noch genauer wissen. Sie hat eine Sonderauswertung des Freiwilligensurveys 2014 in Auftrag gegeben. Das waren die Fragen:

Welche Menschen engagieren sich in Kultur?
Warum übernehmen diese Menschen bestimmte Aufgaben und was brauchen sie dafür für Unterstützung?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Menschen sich freiwillig in Kultur engagieren?

Denn in Kultur engagieren sich meistens Personen mit Hochschulabschluss und ältere Menschen. Doch das liegt nicht an fehlendem Interesse. Die Sonderauswertung empfiehlt Vereinen, Verbänden und Kultureinrichtungen bekannte Formen des Engagements anzubieten. Wichtig ist, weniger dafür vorauszusetzen und Fortbildungsangebote zu machen.
Mehr Informationen: https://www.bkj.de/kulturelle-bildung-dossiers/freiwilliges-engagement/forschung-und-studien.html

Alles genau nachzulesen gibt es hier:

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Bilder: Deutsche Bläserjugend (1., 2. v. o.), BAK FSJ (3. v. o.), BKJ (4. v. o.)